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Europäische Woche gegen den Krebs

Anlässlich der Europäischen Woche gegen den Krebs vom 5. bis 11. Oktober informiert das Gesundheitsamt Stuttgart über die Erkrankung mit der zweithäufigsten Todesursache:





Jedes Jahr erkranken in Stuttgart etwa 3000 Personen erstmalig an einer Krebserkrankung. Fast 1400 Stuttgarter sterben jährlich daran. Krebs ist damit nach den Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Bei den Krebsneuerkrankungen stehen bei den Frauen Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs im Vordergrund, bei den Männern Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs. Häufigste Krebstodesursache bei den Männern ist der Lungenkrebs, bei den Frauen der Brustkrebs.

Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Gene) verändern. Diese Veränderungen werden dann nicht mehr repariert und die Erbinformationen dadurch „verändert“. Die Krebszellen stimulieren sich selber zur Teilung. Dies können sie unendlich oft und sind dadurch so gut wie unsterblich. Die Blutgefäße des Menschen werden von ihnen für ihr Fortleben „angezapft“. Krebszellen sind besonders gefährlich, weil sie in Nachbargewebe eindringen und dieses zerstören können. Sie gelangen über das Blut an die entferntesten Stellen des Körpers und bilden dort Tochtergeschwüre, so genannte Metastasten.

Je älter der Mensch wird, umso unzuverlässiger ist sein „Zellreparatursystem“. Das mittlere Erkrankungsalter an Krebs liegt für Männer und Frauen bei 69 Jahren. Es gibt aber auch Krebsarten, die vorwiegend jüngere Erwachsene betreffen.

Krebs kann durch viele Faktoren beeinflusst werden:

UV-Strahlen, Tabakrauch, Chemikalien, erhöhter Alkoholkonsum, eine ungesunde Lebensweise mit wenig Obst und Gemüse sowie wenig Bewegung und durch chronische Infektionen. Veränderungen der Zellen können aber auch erblich bedingt sein. In fünf bis zehn Prozent der Fälle trifft dies zu. In betroffenen Familien kann der Krebs in jeder Generation und schon in jungen Jahren auftreten. Die betroffenen Personen in der Familie sollten regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen und sich intensiv beraten lassen. Auch Viren wie der Hepatitis C-Virus können Krebs auslösen.

Bestimmte Berufsgruppen sind krebsfördernden Stoffen tagtäglich ausgesetzt. Diese sollten die angebotenen Schutzmaßnahmen unbedingt benutzen. Das Einatmen von Feinstaub oder Asbest kann Lungenkrebs und auch andere Krebserkrankungen auslösen. Durch Früherkennung können viele Krebserkrankungen aufgrund einer rechtzeitig eingeleiteten Therapie geheilt werden. Heutzutage besteht die Möglichkeit, kleinste Tumore mit Hilfe von modernster Diagnostik zu untersuchen.

Nicht alle Tumore müssen und können operativ entfernt werden. Es kommen auch andere Behandlungsmethoden in Betracht.

Wenn die Therapie beendet ist, und der Arzt von Erfolg spricht, ist der Patient noch nicht geheilt. Als geheilt gilt er erst, wenn er fünf Jahre lang ohne Rückfall oder Metastasen ist. Der Krebs kann trotzdem auch nach Ablauf dieser Zeit erneut auftreten. Der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Dr. Hans-Otto Tropp empfiehlt dringend, die Nachsorge- und Kontrolltermine unbedingt einzuhalten, denn viele Krebserkrankungen verlaufen zunächst ohne Beschwerden: „Die Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Krebs sollte regelmäßig wahrgenommen werden. Für Brustkrebs zahlt die gesetzliche Krankenkasse ab dem 30. Lebensjahr die Untersuchung. Frauen sollten ihre Brust regelmäßig selbst auf Knoten hin abtasten. Zur Vorsorge von Prostatakrebs wird die Untersuchung ab dem 45. Lebensjahr bezahlt. Bei Darmkrebs zahlt die gesetzliche Krankenkasse eine Darmspiegelung ab dem 50. Lebensjahr“, so ‚Tropp.

Leider ist es bis heute noch nicht eindeutig bewiesen, wodurch man dem Krebs vorbeugen kann. Lediglich das Risiko kann gesenkt werden. Eine gesunde Lebensweise ohne Rauchen und ohne übermäßig viel Alkohol kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, minimieren. Ebenfalls sollte auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig tierischen Fetten geachtet werden. Sonnenempfindliche Personen und Kinder so

llten auf einen ausreichend guten Sonnenschutz achten. Für alle gilt: extreme Sonnenbäder vermeiden, um das Hautkrebsrisiko nicht zu erhöhen.



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